Theatrale
Waisenhausring 2 – Halle/S.

14. bis 16. Februar 20 Uhr

17. Februar 18 Uhr

19. Februar 19 Uhr

20. Februar 19 Uhr

21. Februar 19 Uhr

Hetären (Freundinnen/Geliebte), nannten die Griechen die feinere Klasse jener Frauen, die der freien Liebe ergeben war und die nicht mit der Prostitution des heutigen Tages verglichen werden kann. Schöne, gebildete, kluge Frauen begleiteten wohlhabende Männern aus oft bester Gesellschaft zu öffentlichen Anlässen und standen zu Liebesdiensten bereit.

Rhodopis (Doricha) war eine berühmte Hetäre; Der Samier Xanthos brachte sie zunächst als Sklavin für den Iadmon von Samos nach Ägypten. Nachdem Charaxos (Sapphos Bruder), der sich unsterblich in sie verliebte, Rhodopis freigekauft hatte, arbeitete sie weiterhin als Hetäre in Naukratis, der einzigen griechischen Stadt in Ägypten. Rhodopis schickte den Zehnt ihres Vermögens, welches nicht gering war, als Weihgabe an das Orakel in den Tempel nach Delphi.

Äsop (der Fabeldichter) stammte wie Rhodopis aus Thrakien. Beide lebten beim Iadmon von Samos als Sklaven.

Krösus war der letzte König Lydiens. Er regierte von etwa 555 v. Chr. bis 541 v. Chr. und war für seinen Reichtum ebenso bekannt wie für seine Freigiebigkeit. Die lydischen Könige erfanden bzw. vervollkommneten das gemünzte Geld, legten so Grundsteine für jede Geldwirtschaft. Krösus befragte regelmäßig Orakel, vor allem das Orakel von Delphi. Äsop war ihm Berater und Gesandter. Er wurde auf solcher Gesandtschaft in Delphi wegen angeblicher Gotteslästerung von den Tempelpriestern erschlagen.

Das Orakel von Delphi (dort weissagte die Pythia) genoss hohes Ansehen in der griechischen und nichtgriechischen Welt. Auf einem hohen Dreifuß sitzend, benebelt von den aus einer Erdspalte austretenden Dämpfen sprach sie oft in Reimen. Oftmals deuteten Tempelpriester ihre Sprüche.
Die Pythia diente dem Gott (Apollon) in Jungfräulichkeit, was nicht im biologischen Sinne verstanden werden muss, sondern aus der Konsequenz sozialer Umstände heraus: Wer nach „gelebtem Leben“ auf einen Mann verzichtete, konnte auch als Jungfrau in das Priesteramt einer Pythia treten.

Frauen waren in Athen und vielen anderen griechischen Stadtstaaten politisch und juristisch rechtlos. Die Frau blieb im Haus. Sie bewohnte die Räume im Obergeschoss, wo sie bereits als Kind abgeschirmt von der Außenwelt unter der Aufsicht der Mutter, einer Amme und Sklavinnen aufwuchs. Lediglich auf der Insel Lesbos und in Sparta genossen die Frauen größere Freiheiten und Rechte.

Sappho war die Dichterin der frühen griechischen Antike schlechthin. Sie gilt als bedeutendste Lyrikerin des klassischen Altertums und gehörte zum Kanon der neun Lyriker. Zeitlebens auf der Insel Lesbos zuhause, wurde sie jedoch in Kindheit und Jugend zweimal mit Ihrer Familie aus politischen Gründen in die Verbannung geschickt. Als erste überhaupt formulierte sie das ICH in der Dichtkunst und war auch damit die erste Ethikerin. Das von ihr geprägte (sapphische) Versmaß beeinflusst bis heute die Poesie. Ihre Werke umfassten neun Schriftrollen, welche jedoch mit dem Brand (oder der gezielten Zerstörung) der Bibliothek in Alexandria zum größten Teil vernichtet wurden. Heute sind höchstens sieben Prozent ihrer Werke bekannt. Sie unterrichtete (wahrscheinlich in ihrem Hause) Mädchen, um sie für das spätere Leben als Gattin (und trotzdem freisinnige) Frau vorzubereiten. Sappho hatte eine Tochter namens Kleis.

Pythagoras von Samos war ein antiker griechischer Philosoph und Wissenschaftler. Er begründete eine einflussreiche religiös-philosophische Bewegung. So vertrat er die Auffassung der steten Wiederkehr der Seele in das irdische Leben und war auch aus diesem Grunde Vegetarier. Neben seinen bedeutenden Errungenschaften im Bereich der Geometrie (dem für die antiken Griechen wichtigsten Teil der Mathematik) leistete er Herausragendes bei der Entwicklung der Musiktheorie und interessierte sich auch sehr für das Pentagramm als Symbol für Gesundheit. Ihn interessierte daran besonders der mathematische Aspekt des Goldenen Schnitts. Da man es in einem Zug zeichnen kann und am Schluss wieder zum Anfang gelangt, galt es auch als Zeichen für den Kreislauf des Lebens.

Das Geld Obolus = Bratspieß, Bronzespieß = Zahlungsmittel, Spießlein waren auch die Hacksilberstücke Die ersten Münzen wurden im Reich der Lyder zwischen 650 und 600 v. Chr. als Zahlungsmittel herausgegeben. Dabei handelte es sich um unförmige Brocken aus Elektron, einer natürlich vorkommenden Gold-Silber-Legierung. Bildliche Darstellungen auf Münzen kamen um 600 v. Chr. auf. Danach folgten Goldmünzen in verschiedenen Größen und Werten. Es entstand auch Staatsgeld und Kriege wurden fortan „gerechnet“; das Bankwesen wurde begründet (auch Tempelbanken).

Die Binsenweisheit findet ihren Ursprung in einer antiken Geschichte um König Midas. Dieser, bekannt für seine Gier und Dummheit, wurde einst von Apoll gestraft, indem er ihn mit Eselsohren ausstattete. Midas' Barbier entdeckte diese, wagte jedoch nicht, das Geheimnis einem Menschen zu verraten. Er konnte aber dem Drang, es weiterzusagen, nicht widerstehen. So grub er am Flussufer ein Loch, rief dreimal hinein: „König Midas hat Eselsohren!“ und schüttete das Loch wieder zu. Das Schilfrohr aber hatte mitgehört und flüsterte es anderen Binsen weiter, wenn der Wind rauschte, so dass es am Ende alle Welt wusste! Noch heute findet der auch als Binsenwahrheit bekannte Begriff Verwendung, um einen Gemeinplatz oder eine allgemein bekannte Information ohne besonderen Wert zu benennen.
Von Midas` Goldgier ist auch der „Midaskomplex“ abgeleitet. Dieser kann auch als Spiegelbild der heutigen ökonomischen Verhältnisse gelesen werden: „Die tägliche, unabwendbare, unentrinnbare Transformation aller greifbaren Werte in ungreifbare, austauschbare Kategorien wie Ware, Geld, Preis und Lohn hat das Seelenleben des Menschen völlig verändert“. (Ernest Borneman)

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